
Im Oktober machten sich die 11. Klassen nicht wie gewöhnlich auf zu ihrer Deutschlandfahrt, sondern reisten nach England, genauer gesagt nach London. Am Samstag, den 22.10.2005 ging es endlich los: Wir verließen Coburg in Begleitung von Frau Kick-Bernklau, Frau Jenkinson und Herrn Secker.
Nach 14 Stunden Busfahrt und wenig Schlaf erreichten wir am späten Vormittag den Busparkplatz in Morden, einem Vorort von London, wo wir alle zu zweit oder dritt in englischen Gastfamilien untergebracht waren. Sofort machten wir uns auf, die Tower Bridge und den Tower of London zu besichtigen. Nach einer sehr kurzen Pause ging es mit der Docklands Light Railway weiter in die Docklands, nach Greenwich und zum Royal Observatory, wo sich der Nullmeridian befindet. Der letzte Programmpunkt an diesem sehr anstrengenden Tag war der etwas zu kurze Besuch von Covent Garden, der mit seinen Straßenkünstlern und den hübschen kleinen Läden wie Accessorize das Highlight des Tages war.
Mit gemischten Gefühlen warteten wir darauf, was uns in unseren Gastfamilien erwarten würde. Das Hauptgesprächsthema am Montagmorgen auf dem Weg zur Stadtrundfahrt waren natürlich die jeweiligen Erlebnisse in den sehr unterschiedlichen Gastfamilien, die überwiegend positiv ausfielen. Das für England typische Regenwetter hatten wir zum Glück nur an diesem Vormittag - sonst war es herrlich sonnig. Es störte uns aber gar nicht, da wir den informativen und mit interessanten Details gespickten Ausführungen unseres deutschsprachigen Guides lauschten. Pünktlich zu unserer Besichtigung von Shakespeare’s Globe Theatre hörte es auf zu regnen und wir ließen uns von der Atmosphäre des alten Theaters in Shakespeares Welt entführen. Den Kontrast dazu bildeten 14.000 weiße Schachteln und andere moderne Kunstwerke im neuen Museum Tate Modern. Während sich die eine Hälfte der Gruppe bereits in einem Boot auf der Themse in Richtung Tate Britain begab, rutschen die anderen im wahrsten Sinne des Wortes über die Millennium Bridge.
Der dritte Tag führte uns in das wunderschöne Oxford. Bei der Führung durch die verschiedenen Colleges dieser weltberühmten Universität überkam einige von uns das Harry Potter Feeling. Der Nachmittag diente zum Shoppen und wieder einmal zu einer Pause im Starbucks. Spätestens auf der Rückfahrt nach London fasste ein Großteil unserer Gruppe den Entschluss, mit einem Abiturschnitt von 1,5 nach Oxford zurückzukehren, um dort zu studieren.
Am Mittwoch verbrachten wir den Vormittag damit die Stadt London zu Fuß zu erkunden. Wir wanderten vom Leicester Square durch Soho, von der Oxford Street über die Regent Street zum Trafalgar Square. Doch vor dem Buckingham Palace bekamen wir während des Changing of the Guard nicht die Queen, sondern die norwegische Königin zu Gesicht. Nach einem Gang durch den St. James' Park hieß es vor den Houses of Parliament warten, warten und noch mal warten. Die Sitzung des House of Commons mit der Rede des Innenministers übertraf etwas unsere Englischkenntnisse, aber sie diente wohl eher dazu, dass wir Bekanntschaft mit der sehr strengen englischen Polizei machten. Den Nachmittag nutzten beinahe alle zum Shoppen in der Oxford Street bzw. beim Camden Lock Market. Den Höhepunkt dieses Tages stellte das Musical We Will Rock You von Queen im Dominion Theatre dar. Als jedoch dieser überaus anstrengende Tag nach Mitternacht sein Ende nahm, waren alle froh in ihr Bett zu kommen.
Für unseren letzten Vormittag in London gab es zwei Möglichkeiten: Entweder konnte man seine Stars in Madame Tussaud's Wachsfigurenkabinett bestaunen oder sich von der imposanten Eingangshalle und den interessanten Räumen des British Museum beeindrucken lassen. Nachdem wir uns mit Proviant für die bevorstehende Heimfahrt eingedeckt hatten, brachte uns unser netter Busfahrer wieder nach Dover, von wo wir nach Calais übersetzten. Während eines wunderschönen Sonnenuntergangs über den Kreidefelsen der englischen Küste, mischte sich bei einigen die Vorfreude auf zu Hause mit dem "Abschiedsschmerz".
Nach einer weiteren Nacht im Bus, die wir uns weitgehend um die Ohren schlugen, erreichten wir pünktlich zu Schulbeginn Coburg. Und dieser Freitag war wohl der einzige Tag in unserer Schullaufbahn, an dem es uns erlaubt war tief und fest zu schlafen!
Diese Englandfahrt war für uns alle ein besonderes Erlebnis, das wir vor allem dem Engagement von Frau Kick-Bernklau, Frau Jenkinson und Herrn Secker zu verdanken haben.
Lisa Wimmer, Denise Fink
12.05.06 schmitt
