Total müde und geschafft nach 20 Stunden Fahrt kamen
wir endlich am 21. Mai am Jean-Macé in Niort an, wo bereits unsere
Gastfamilien auf uns warteten. Plötzlich waren wir wieder topfit und
gespannt auf unsere "neue Familie". Werden wir sie auch verstehen? Sind
sie nett? Wo werden wir die nächsten 10 Tage verbringen? Endlich
Schluss mit Theorie über französische Lebensweise und Sprache - jetzt
muss die Praxis her! Nach und nach leerte sich der Platz vor dem
Jean-Macé und für jeden einzelnen begann seine individuelle
Entdeckungsreise.
Und wenn die meisten am ersten Tag vielleicht noch gedacht haben:
"Oh Gott, ich werde meine Gastfamilie nie verstehen, so schnell wie die
reden!" , hat man sich am letzten Tag schon gedacht: "Also so schnell
kommt es mir gar nicht vor" bzw. man hat es gar nicht mehr
wahrgenommen, dass einem andauernd Fragen auf französisch gestellt
werden. Viele haben sicher auch Bekanntschaft mit einigen Meerestieren
und -früchten gemacht und sind auch mit gemischten Gefühlen an Tiere
gegangen, die auf dem Rücken auf dem Teller liegend die Beine Richtung
Betrachter streckten. Doch bei solchen "interessanten Begegnungen"
blieb die ein oder andere Überraschung nicht aus. So können
extravagante Gerichte wie Schnecken, Muscheln, Austern, Langusten und
Garnelen durchaus schmackhaft sein.
Genau wie in Coburg hatten sich die Franzosen ein umfangreiches
Programm für uns ausgedacht, das durch das gute Wetter unterstützt
wurde. Ohne die 28° C wäre es z.B. nicht möglich gewesen die 2
herrlichen Tage am Strand von La Rochelle und der Ile d'Oléron so zu
genießen. Nur bei der Stadtrallye hätte es etwas kühler sein können.
Außerdem haben wir eingehende Erfahrung mit der Fabrikation von
Jogurt gemacht. Im G.A.E.C. de la Bazinière haben wir die Produktion
von der Kuh bis in den Jogurtbecher verfolgt und durften sogar am
Schluss den "Yaourt" probieren.
Sehr beeindruckend war auch "Le Marais Poitevin", wo wir von
unseren Booten aus brennendes Wasser beobachten konnten. Dies war
möglich durch die Gasausströmungen an einer bestimmten Stelle des
Sumpfes.
Etwas traurig war, dass die deutschen Austauschschüler, die an der
Venice Verte waren, nicht am Sportnachmittag teilnehmen durften.
Hierbei haben die Deutschen vom Jean Macé in zweier Teams, in denen je
ein Franzose und ein Deutscher war, gegeneinander Badminton gespielt,
wobei man die ein oder andere neue Bekanntschaft gemacht hat.
Auch die Familien haben keine Mühen gescheut um uns
den Aufenthalt so unvergesslich wie möglich zu machen. So waren einige
von uns im Futuroscope, wo es Dinge wie 3D-Kinos zu sehen gab, oder im
Aquarium in La Rochelle, wo es mehrere tausend Meerestiere in den
unterschiedlichsten Farben und Formen zu sehen gab.
Darüber hinaus waren Rochefort und die Ile de Ré beliebte
Ausflugsziele mit den Familien. Bekanntschaften mit den Großeltern oder
Familienfeiern gaben jede Menge Einblick in die französische
Lebenseinstellung von früher und heute, wozu auch die Besichtigung der
Schlösser auf der Hinfahrt und auch während des Aufenthalts beitrug.
Und letztendlich dürfen auch die häufigen Stadtbummel und
Shoppingtouren nicht unerwähnt bleiben, bei denen man sich oft ohne
Hilfe des Corres verständigen musste. Die zahlreichen Schuhgeschäfte in
der Rue Ricard fanden vor allem bei den weiblichen Teilnehmern großen
Anklang.
Letztendlich müssen wir sagen, der Austausch war ein voller Erfolg nur die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Es war nicht einfach sich von der liebgewonnenen Familie und der mittlerweile vertrauten Umgebung zu lösen. So blieben nur wenige Augen trocken, als der Abschied gekommen war und die Eltern hinter uns her gewunken haben. Wir hoffen, dass der Kontakt zu unseren Corres nie abbrechen wird und wer weiß, vielleicht sieht man sich ja in gar nicht all zu langer Zeit wieder
......Julika Franke 11 b
Jessica Friedrich 11 b
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