Name: Herodot von Halikarnassos
Aussehen:
Lebensdaten:
- etwa 484 v. Chr. geboren als Sohn des Lyxes und Neffe des Dichters Panyassis
- auf Veranlassung des Perikles gründete er 444/3 die unteritalienische Kolonie Thurioi
- Tod um 430 v. Chr.
Leben:
Der bedeutende Historiker beteiligte sich an einem Umsturzversuch der Tyrannei des Lygdamis, worauf er nach Samos fliehen musste, kehrte jedoch nach einem erneuten gelungenen Versuch wieder zurück.
Darauf bereiste er ganz Kleinasien, um seinen Erfahrungsschatz für seine Werke zu vergrößern. Sein Ziel war es zum einen die Leistungen der Menschen zu würdigen und für die Nachwelt zu bewahren, zum anderen die Auseinandersetzung zwischen barbaroi (Nicht-Griechen) und hellenes (Griechen) zu erklären.
Nachwirkung auf die Nachwelt:
Auf Grund der Frage nach den Ursachen dieser Auseinandersetzung, die vor Herodot in dieser Konsequenz noch nicht gestellt worden war, wird er als Vater der Geschichtsschreibung bezeichnet.
Riten und Bräuche Coburgs aus der Sicht Herodots

Wer kennt nicht Herodot, den Vater der Geschichtsschreibung? Herodot reiste gern und viel, um Stoff für seine Werke zu sammeln. Wir stellen uns jetzt vor, dass Herodot, der ca. 450 v.Chr. lebte, eine ungewollte Zeitreise ins Jahr 2000 unternimmt (die genaueren Ursachen dieser Zeitreise werden wir nicht weiter erläutern, da dies für einfache Geister zu komplex wäre!). Am 2.Juni 2000 tritt Herodot in unsere Zeitebene ein. Als er, von der Zeitreise sehr mitgenommen, das erste Mal die Augen öffnet, findet er sich auf einem freien gepflasterten Platz wieder, doch es ist nicht etwa Athen, sondern Coburg (eine kleine Provinzstadt im ehemals ostgermanischen Raum). Historiker fanden handschriftliche Aufzeichnungen, die Herodot vor seiner Abreise hier hinterließ. Die einzige Übersetzung dieser weltgeschichtlich bewegenden Dokumente wird hier nun zum ersten Mal veröffentlicht:

"Und es ward mir, als wäre ich durch Olymp und Hades gegangen, als ich benebelt mich in dieser Welt wiederfand, wo mir die seltsamsten aller Menschen begegneten, auf die ich bisher in all meinen Reisen getroffen bin. Ich erwachte also auf diesem mit Steinen gepflasterten Marktplatz, mit einem Denkmal im Mittelpunkt, wohl eines ihres Herrschers. Ein skythischer vielleicht, denn er war auf einem Pferd abgebildet, doch warum er eingezäunt war, kann ich nicht erzählen. Seltsam gekleidete Menschen, vielleicht Priester, mit gefärbtem Haar, saßen um ihn herum und machten seltsame Geräusche und tranken und verschütteten etwas... vielleicht ein Opfer für ihren Herrscher. Auch ein Brandopfer wurde dargebracht, gleich in der Nähe. Frauen in weißen Gewändern verbrannten kleine Fleischstücke in einem kleinen Haus. Es war sehr seltsam, dass die Bürger diese Opfergaben aßen. Manche opferten Münzen an diese Priesterinnen, manche gaben ihnen Papyrus. Ich bemerkte weiterhin, dass vor allem die jungen Bürger dieser Stadt - die sich später noch als Großstadt, ich vermute sogar Hauptstadt herrausstellen wird - ständig auf etwas kauen. Ich weiss nicht welchen Sinn es hat, aber entweder ist es ein Teil des Opferrituals oder einfach nur ein Zeitvertreib. Weiterhin fielen mir seltsame, riesige Kästen mit Rädern auf, die ihnen wohl zur Fortbewegung dienen. Ich wollte einen dieser Bussoi, wie sie sie in ihrer Sprache nennen, betreten. Obwohl sie weder Pferde noch irgendeine andere Art Lebewesen davorgespannt hatten, fuhren sie doch, wohl durch irgendeinen Zauber der Oberpriester. Als ich jedoch einsteigen wollte, stieß ich gegen eine unsichtbare Wand. Ich betastete diese, und plötzlich öffnete sich diese ohne mein Zutun und ich betrat dies eigenartige Gefährt. Ein Mann, der im vorderen Teil dieses Gefährts saß, auf einem vom Rest des Wagens abgetrennten Thronsessel, hielt mich auf und sprach unverständliche Worte zu mir. Nach einiger Zeit erklärte er mir anhand von Handzeichen, dass ich wohl eine Art Geld benötigte, um dieses Gefährt nutzen zu dürfen. Sodann stieg ich wieder aus und lief einen ihrer gepflasterten Wege entlang. Nachdem ich etwa die Entfernung eines Stadions zurückgelegt hatte, stach mir eine Menschenschlange ins Auge, die wohl in eines ihrer Gebäude, vielleicht einen Tempel, führte. Meiner Neugier nachgebend reihte ich mich ein und nach einer längeren Weile wurde ich gewahr, dass ich mich bei einer Art Essensverteilung befand. In meine Nase Drang ein sehr fettiger Geruch, den ich zuvor noch nie wahrgenommen hatte. Ich sah, wie sich die Menschen rundliche, mit verbranntem Fleisch und grünlichen Pflanzen belegte Scheiben gierig in ihre Münder steckten und aus seltsamen Behältern tranken. Da sich, wohl durch den Geruch, ein unbehagliches Gefühl in meinem Bauch verbreitete, verließ ich diese Stätte und widmete mich weiterhin der Erforschung dieser Stadt. Einige Schritte weiter erhob sich ein mächtiger Turm, an den eine Art Palast angrenzte. Dieser Palast bestand fast ausschließlich aus diesen seltsamen durchsichtigen Wänden, die mir schon bei den Bussoi aufgefallen waren. Im Inneren waren glänzende Marmorplatten ausgelegt, und viele Menschen saßen auf seltsam hohen Sitzen an Tischen, die keinem glichen, den ich in meinem bisherigen Leben gesehen hatte. Dort saßen Bürger und tranken aus kleinen, weißen Behältern eine schwarze Flüssigkeit, bei deren Anblick mich ein Schaudern überkam. Als ich hinaussah, sah ich viele andere seltsame Gefährte, die einen bewegten sich auf zwei Rädern und dröhnten aus mir unbegreiflichen Gründen. Die anderen waren zwar kleiner als die Kästen auf dem freien Platz, ruhten aber ebenfalls auf vier Rädern. Als ich diesen Tempel wieder verließ, fielen mir Fußgänger auf, die an bunten, runden Kugeln leckten, die als eine Art Nahrung zu dienen schienen. Ich verfolgte diese Spur bis zu einem Markthändler gleich gegenüber zurück, der in einem gemauerten Stand diese sonderbare Speise verkaufte. In den verschiedensten Formen und Farben begegnete mir dies. So stand ich nun dort in dieser vielbelebten Straße, als ich ein lautes Rattern hörte, und ehe ich mich danach umdrehen konnte, stieß mich ein Jüngling auf einem rollenden kleinen Holzbrett von hinten um. Ich fiel zu Boden, doch ihn schien dies nicht weiter zu kümmern, er raste weiter auf diesem Gefährt und ich konnte nur hoffen, dass dies in Athen wohl niemals aufkommen würde. Gerade erholt von diesem hinterhältigen Angriff vernahm ich eine laute Stimme, die eine Art Lied zu schreien schien. Ich entdeckte den Ursprung dieses grauenhaften Gesangs, es war ein Mann, der mit einem zweirädrigen Gefährt unterwegs war und sich auch in seiner Kleidung von den anderen unterschied, da er nur sehr leicht und mit Sandalen bekleidet war. Auf die Bitte einiger Bürger hin doch seinen Gesang zu unterlassen, reagierte er sehr ärgerlich und setzte sogleich sein Geschreie fort. Eine sehr sonderbare Zeit, in der ich mich hier befand, ein sonderbares Volk mit seltsamen Bräuchen und Riten, die mir in keinem anderen Lande auf meinen Reisen zuvor begegnet waren. 

Nun lief ich eine kleine Seitenstraße entlang und stieß auf eine riesige Versammlung, die einen Kreis um einen Mann gebildet hatte, der auf einem Podest eine Rede hielt. Dieser Mann schien mir ein Gelehrter zu sein, wohl einer der hiesigen logioi, da er von allen gerühmt und beklatscht wurde, nachdem er mit seiner Rede geschlossen hatte. Danach stiegen andere auf eine Leiter, die wohl ihrem Glanze nach aus echtem Silber bestehen musste. Einer von ihnen trug einen großen Lorbeerkranz und legte ihn auf das Haupt einer Gottheit, die wohl ihr Gott des Genusses und der Freude sein musste, da er einen sehr wohlgenährten, rundlichen Körperbau aufwies. Der Oberste derer, die diese Leiter bestiegen hatten, trank eine gelbliche Flüssigkeit, auf der sich Schaum befand, und warf sodann den Behälter, in dem sich dies merkwürdige Getränk befand, hinunter, wo es in tausend Splitter zersprang. Nachdem dies geschehen war, strömte die Menge zusammen und sammelte die Scherben auf, wohl um dieses Gefäß wiederherzustellen. 

Sicherlich gibt es hier noch vieles für mich zu entdecken, was ich dann in meinen Schriften festhalten und an mein Volk weitergeben kann. Doch nun muss ich mein altes Gemüt etwas ausruhen, um morgen meine Erkundungen fortsetzen zu können.

Im Schlaf wird Herodot vom selben Phänomen wieder zurück in sein altes Athen geschleudert. Als er dort wieder erwacht, hält er sein Erlebnis für einen Traum und berichtet deshalb nicht darüber in seine historischen Aufzeichnungen, die uns heute noch erhalten sind.