|
|
In
München gibt es nicht nur Bier und Weißwürste, sondern
auch Zeugnisse antiker Künstler, es wird ja auch nicht ohne Grund
"Isar-Athen" genannt. Deshalb ist die Landeshauptstadt immer eine Reise
wert, um dort in der Staatlichen Antikensammlung und in der Glyptothek
einige bedeutende Vasen und Skulpturen zu bewundern. Vor den Toren der
Stadt setze Kronprinz Ludwig, der spätere König Ludwig I., durch
den Königsplaz und seine Bauten dem antiken Griechenland ein Denkmal.
Hier sollte die vorbildliche Kultur eine neue Heimat finden.
Die
Staatliche Antikensammlung:
Sie
befindet sich auf dem südlichen Teil des Königsplatz, der angelegt
ist als Forum nach antikem Vorbild. Der Bau stellt einen griechischen Tempel
korinthischer Ordnung dar, der 1838-1848 im Auftrag König Ludwigs
I. von Georg Friedrich Ziebland geschaffen wurde. Das geplante Kunst- und
Industrieausstellungsgebäude diente zunächst der Förderung
der Künste und des Gewerbes in Bayern und wurde später dem königlichen
Antiquarium unterstellt. 1898-1916 wurde es Haus der Secession und seit
1919 Münchens Neue Staatsgalerie. nach der Zerstörung vor allem
des Inneren im 2. Weltkrieg konnte Johannes Ludwig das Gebäude (im
Inneren modernisiert) wiederherstellen. 1967 erfolgte dann die Wiedereröffnung.
Zur
Sammlung:
Den
Hauptrang nimmt die von König Ludwig I. in kürzester Zeit zusammengetragene
Sammlung griechischer Vasen ein. Sie wurde aus mehreren italienischen Sammlungen
erworben und lange Zeit in der alten Pinakothek ausgestellt. In der heutigen
Zeit werden außerdem königlich-bayerische Sammlungen von Bronzen,
Glas und Terracotta der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die
Vasen führen die Bilderwelt der griechischen Antike vor Augen. Die
Themen sind der mythologischen Welt wie auch dem antiken Alltag entnommen.
Die Maler - der Amasismaler, Exekias, Euthymides und Euphronios, der Kleophrades-Maler
und der Kleophon-Maler ... - zählen zu den bedeutendsten ihrer Zeit.
Ihre Werke sind u. a. der Helikon-Lekythos, die Exekiasschale und die Dionysosschale.
Wir konnten dank des chronologischen Aufbaus anschaulich die Entwicklung
der Töpferkunst im alten Griechenland nachvollziehen, die von Vasen
geometrischen Stils über den korinthischen und weiter über schwarz-
bzw. rotfigürigen Stil reicht.
Zur
Glyptothek:
Gegenüber
der Antikensammlung befindet sich der Tempel der Künste, die Glyptothek.
Sie wurde 1815 vom Architekten und Philhellenen Leo von Klenze geschaffen;
ihr Name ist in Anlehnung an Pinakothek und andere Begriffe frei erfunden
und verweist wie die Fassade auf die antiken griechischen und römischen
Skulpturen in ihrem Inneren. Diese klassizistische Tempelfront ist im ionischen
Stil errichtet. Ludwig stellte in den wenigen Jahren von 1806 bis zur Eröffnung
1830 eine der glänzendsten Sammlungen antiker Skulptur zusammen. Mit
seinem Privatvermögen erwarb er über die Kunstagenten Johann
Martin von Wagner und Johann Georg von Dillis bedeutdende Stücke der
Sammlung wie die Medusa Rondanini und vor allem den Barberinischen Faun.
Schließlich gelang 1813 die Ersteigerung der wertvollen Giebelfiguren
vom Aphaiatempel in Ägina, den sogenannten Ägineten. Weitere
Hauptwerke sind der Münchner Kuros, das Grabrelief der Mnesarete,
Alexander Rondanini und Die trunkene Alte. Die Büste des größten
Dichters der Antike, Homer, gleich zu Beginn der Ausstellung stimmte uns
auf die kommende Führung ein.
|
|