Wer sind Tutoren?
Tutoren sind Schüler der Mittel- bzw. Oberstufe (am Casi Schüler der 10. Klassen), die Schüler aus der Unterstufe (besonders 5. Klasse) betreuen. Sie beschäftigen sich mit den jüngeren Schülern, geben ihnen Tipps und führen sie in die SMV-Arbeit ein.
Warum gibt es Tutoren?
Nach dem Wechsel von der Grundschule zum Gymnasium begegnen den Schülern viele Neuerungen:
- neue Fächer,
- neue, z. T. große Schulanlagen,
- neuer bzw. weiterer Schulweg,
- Fachlehrersystem,
- neue Klassengemeinschaft, neue
Freunde,
- neues Bewußtsein (von den
"Größten" der Grundschule zu den "Kleinsten" des
Gymnasiums)
- und neue Leistungsanforderungen.
Die Eingewöhnung kann zu Problemen führen, wie z. B.
- Hilflosigkeit,
- Verlorensein unter vielen,
- Aggressionen,
- Angst oder
- Außenseiterrolle.
Tutoren sollen solchen Problemen vorbeugen, indem sie sich der neuen Schüler annehmen und sich mit ihnen beschäftigen. Außerdem können Tutoren das soziale Bewusstsein und die Freude an der Schule steigern.
Welche Ziele hat die Tutorenarbeit?
Als Ziele für die Tutorenarbeit sind gesetzt:
- Festigung der Klassengemeinschaft,
- Beeinflussung des Miteinanders,
- Anregung zur Mitarbeit in der SMV,
- Engagement für die Schule,
- Umweltbewusstsein,
- Diskussion und Lösung schulischer Probleme,
- Beteiligung der Eltern am Schulalltag.
Wer kann Tutor werden?
Im Prinzip kann jeder Schüler der Mittel- oder Oberstufe Tutor werden. Aber er sollte einige Eigenschaften mitbringen:
- soziales Engagement;
- Kontaktfreude, denn er muss ja akzeptiert werden;
- Spaß an der Arbeit mit "Kindern";
- Bejahung der Idee der SMV;
- Einfallsreichtum;
- "ein bisschen" Organisationstalent.
Was kann ein Tutor tun?
Diese Liste ist nicht vollständig und kann je nach Phantasie
und Engagement erweitert werden. Sie dient vor allem als Anregung und Hilfe für
den Anfang.
- Der Tutor sollte sich bereits am ersten Schultag der Klasse
vorstellen (nach Absprache mit dem Direktor und dem Klassenleiter).
- "Schulhausrallye" zum Kennenlernen des Schulhauses
- gemeinsamer Wandertag der Tutoren mit ihren Klassen (nach
Absprache mit dem Klassenleiter)
- gemeinsam Feste feiern, z. B. Weihnachten, Fasching
(Möglichkeiten, Außenseiter durch Spiele integrieren)
- besondere Informationen über schulische Aktionen und
Aktivitäten an die Unterstufe (z. B. SMV, SMV-Tage)
- versuchen, schulische Probleme mit Lehrern und Schülern zu
lösen.
Was sollte ein Tutor nicht tun?
Der Tutor sollte auf keinen Fall
- die Unterstufenschüler gegen Lehrer beeinflussen,
- sich negativ über die Eltern oder häusliche Verhältnisse der
Kinder auslassen,
- ohne Erlaubnis der Eltern oder des Direktors Veranstaltungen
durchführen,
- die betreute Gruppe unbeaufsichtigt lassen,
- Aufgaben des Verbindungslehrers übernehmen.
Was muss ein Tutor nicht tun?
Es gibt bestimmte Aufgaben, die ein Tutor freiwillig übernehmen kann, aber nicht tun muss:
Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfeunterricht erteilen.
Wie arbeiten Tutoren,
a) mit der Schülervertretung,
b) mit dem Direktorat,
c) mit den Klassenleitern,
d) mit den Eltern,
e) mit den anderen Tutoren,
f) mit den Unterstufenschülern?
zu a)
Als wichtiger Teil der SMV sollten Tutoren folgende Aufgaben erfüllen:
- Informationen an die Klassensprecher oder Schülersprecher
weitergeben, damit gemeinsame Aktionen gestartet werden können;
- geplante Aktionen mit den Schülersprechern absprechen (z. B.
Weihnachtsfeier, Sommerfest);
- Verbindung zu den Schülersprechern halten, damit wichtige
Fragen auch in Gremien (z. B. Schulforum) behandelt werden;
- Treffen veranstalten (z. B. Einarbeitung neuer Tutoren in
Absprache mit Schülersprechern);
- eigene Versammlungen mit den Klassensprechern der Unterstufe zur
besonderen Informationsweitergabe beim Schülersprecher vorschlagen;
- an der Klassensprecherfahrt teilnehmen und eigenen Arbeitskreis
bilden.
zu b)
Da der Schulleiter die Verantwortung für jede Veranstaltung
trägt und über seine Schule informiert sein muss, sollten die Tutoren
folgendes beachten:
- Veranstaltungen oder sonstige Aktionen vorher mit dem Direktorat
absprechen oder mit ihm planen;
- Kontakt halten, da Informationen immer in beide Richtungen
fließen müssen;
- durch "saubere" und wirkungsvolle Arbeit
"glänzen" (z. B. Protokoll von Tutorenversammlungen),
- um Vertrauen zu erlangen.
zu c)
Eine enge Zusammenarbeit mit den Klassenleitern ist sehr wichtig; dabei ist zu beachten:
- Jede Veranstaltung sollte mit dem Klassenleiter abgesprochen
oder sogar mit ihm zusammen geplant
werden.
- Der Klassenleiter sollte bei Bedarf auch Versicherungsfragen
(siehe unten) klären.
- Guter Kontakt und Informationsfluss bedingen einander.
- Auch mit den anderen Lehrern sollte ein möglichst gutes
Verhältnis bestehen.
zu d)
Gerade in der Tutorenarbeit spielen die Eltern eine
herausragende Rolle, deshalb ist hier eine besonders gründliche Arbeit wichtig:
- Vorstellung der Tutoren am Elternabend,
- Möglichkeit der Kontaktaufnahme beim Elternsprechabend,
- Information der Eltern über Tutoren und geplante Aktivitäten
(z. B. Elternrundbrief),
- Veranstaltung eigener Elternabende und
- Klärung der rechtlichen Verhältnisse.
zu e)
Auch die Zusammenarbeit unter den Tutoren ist wichtig:
regelmäßige Treffen, um gemeinsame Aktionen zu planen;
Absprache der Einzelaktionen,
Diskussionen über Problemfälle,
Protokolle über Sitzungen,
gemeinsame Fahrten und Ideenaustausch.
zu f)
Bei der Arbeit mit den Unterstufenschülern gibt es einige
Punkte zu beachten:
- Ein Tutor darf keine Lehrerposition einnehmen, muss aber auch
Durchsetzungsvermögen und Autorität haben.
- Tutoren dürfen die Veranstaltungen nicht alleine planen; auf
Wünsche und Anregungen der "Kleinen" ist unbedingt einzugehen.
- Tutoren müssen auch während der Pausen Ansprechpartner sein.
- Tutoren sollen den Kontakt mit der Klasse pflegen und auf deren
Reaktion achten!
Welche rechtlichen Arten von Veranstaltungen gibt es?
Schulische Veranstaltungen:
- Vom Direktor genehmigte Veranstaltungen innerhalb des
Schulgeländes; sie bedürfen einer Lehrkraft als Aufsichtsperson, die aber nicht immer anwesend sein
muss, wenn die Aufsicht durch Tutoren gewährleistet ist.
- Aktivitäten, die vom Direktor als Schulveranstaltungen
deklariert sind, aber außerhalb des Schulgeländes
stattfinden, bedürfen der Anwesenheit einer angemessenen Zahl von Lehrkräften.
Wie steht es mit der Versicherung?
SchulischeVeranstaltungen und als Schulveranstaltung deklarierte Aktivitäten sind versichert.
Was bedeutet Aufsichtspflicht?
Aufsichtspflicht ist die Pflicht zur Beaufsichtigung von Personen, die z.B. wegen Minderjährigkeit der Beaufsichtigung bedürfen. Sie bezweckt, dass die Beaufsichtigten keine Schäden erleiden und dass Dritte vor Schäden durch die Beaufsichtigten geschützt werden.
Zur Aufsichtspflicht gehören:
- genaue Vorbereitung;
- Information und Warnung;
- Einhaltung der Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes;
- Anwesenheit und "ständige Präsenz", dies bedeutet, dass man alles sehen kann und nicht abgelenkt ist.
Woran sollte ein Tutor immer denken?
- Er hat Vorbildfunktion.
- Er hat Verantwortung.
- Er muss alles gut und genau vorbereiten.
Woher nimmt ein Tutor seine Ideen?
- Umfrage bei den Unterstufenschülern,
- Gedankenaustausch mit anderen Tutoren (auch Tutoren anderer
Schulen),
- Bücher,
- Kontakt zu Jugendgruppen und zum Jugendring.
Wozu dient dieser Artikel?
Dieser Artikel soll keine "Mussliste" sein und erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern ist durchaus ergänzungsfähig. Viele Anregungen müssen ausprobiert werden; dabei kann man sich von der eigenen Phantasie leiten lassen. Hier soll eine möglichst konkrete und praktische Hilfe gegeben werden, um ein Tutorensystem einzuführen, wiederzuheleben oder zu erneuern.
Anregungen für Veranstaltungen Klassenzimmergestaltung, Stadtbummel, Schulhausrallye, Wandertag, Zirkusbesuch, Kirchweih- und Volksfestbesuch, Weihnachtsfeier, Besichtigung der Feuerwehr etc., Fasching, Ausflüge, Schlittenfahren, gemeinsames Frühstück vor Schulbeginn, Feiern, Theaterspielen, Filmnachmittage, Liedersingen, Spielnachmittage, Geburtstagsgratulation, Quiz, Bastelnachmittage...
